ASS-Pressemitteilung

Zu kritischem Umgang mit Alkohol anregen
ASS setzt neues Präventionskonzept erstmals im Rahmen der Griesheimer Präventionswochen ein


Darmstadt/Griesheim, 30. Mai 2013 – Erstmals hat die Alkohol- und Suchtselbsthilfe Südhessen (ASS - www.ass-darmstadt.de/) am Montag, dem 27.05. ihr neues Präventionskonzept "Alkohol - Umgang oder Untergang?" für Jugendliche eingesetzt. Angeregt durch die Griesheimer Präventionswochen „Gemeinsam vorbeugen – Griesheim aktiv: Kinder und Jugendliche stärken“ wurde für jeweils rund 25 Schülerinnen und Schüler zwei 1,5-stündige Workshops im städtischen Jugendzentrum „Blue Box“ angeboten. Beteiligt waren zehnte Realschul-Klassen der Gerhart-Hauptmann-Schule in Griesheim. Dieses und weitere Präventionsangebote sind zudem eingebettet in die
bundesweite Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ der Deutschen Hauptstelle für Suchfragen e.V. (www.aktionswoche-alkohol.de) vom 25.05 – 02.06.2013.   

Das Konzept für die Schulklassen wurde von der ASS erarbeitet und lehnt sich an erprobte pädagogische Bausteine anderer Projekte im In- und Ausland an. Während des Präventionsworkshops beschäftigten sich jeweils zwei ASS-Mitglieder mit der in Kleingruppen aufgeteilten Klasse, um persönlich ins Gespräch zu kommen.

Zum Team gehört ein abstinent lebender Sozialarbeiter, der den Ansatz maßgeblich strukturiert und fachlich für die Zielgruppe aufbereitet hat. "Wir wollen auf keinen Fall Alkohol verbieten, sondern zu einem wachen Umgang anleiten", betonte Hajo von Uffel, Erster Vorsitzender der ASS und stellt fest: "Jugendliche sind heute sehr kritisch gegenüber Eltern, Lehrern und allen anderen, die Vorschriften machen wollen. Das ist gut so. Sie sollten das aber auch gegenüber Alkohol und Drogen sein."

Die Jugendlichen erweiterten ihr Wissen unter anderem mit einem Quiz. In einem zweiten Teil ging es vor allem darum, wie die Jugendlichen sich fühlen und welche Strategien sie zur Bewältigung schwieriger Lebenssituationen haben. Abgerundet wurde das Thema durch Erzählungen der ASS-Mitglieder und eine Feedback-Runde. "Die Schülerinnen und Schüler waren sehr offen und interessiert", erklärte Arthur Rheinländer, Gruppenleiter der ASS in Goddelau.

Alkohol, Cannabis, Essstörung: Drei Probleme - ein Muster
Für die meisten Schüler war es das erste Mal, dass sie Bekanntschaft mit alkoholabstinenten Personen machten. Viele waren erstaunt, wie nahe das Thema an ihrem Lebensalltag ist, insbesondere als es um ähnlich gelagerte Themen wie Cannabis-Konsum, Bulimie und Magersucht oder Medikamentenabhängigkeit ging. "Alkohol, Cannabis, exzessives Spielen oder etwa Essstörungen sind Probleme mit einem ähnlichen inneren Muster – es stimmt etwas nicht mit dem Hier und Jetzt. Alles sind passive und selbstschädigende Flucht- und Bewältigungsversuche", sagte Hajo von Uffel.

Besonders hellhörig wurden die Jugendlichen als ASS-Mitglieder erzählten, dass immer wieder junge Männer Mitte zwanzig mit einer Cannabis- und Alkoholproblematik auftauchen, die im Alter der Schüler intensiv zu konsumieren begannen. "Wir wollen Jugendliche ermutigen, gut und vor allem aktiv für sich selbst zu sorgen und dies möglichst früh- und rechtzeitig, so verstehen wir Prävention“, betont der Vorsitzende der ASS.

Die Griesheimer Präventionswochen dauern noch bis Ende Juni. Weitere Veranstaltungen sind auf der Webseite der Stadt Griesheim verfügbar unter
http://www.griesheim.de/Veranstaltungen.1334.0.html.

Über die ASS

Die ASS ist Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die Selbsthilfe-Organisation wurde 1984 von Menschen, die ihre Alkoholprobleme bewältigt haben, und deren Angehörigen gegründet. An zehn Standorten (Arheilgen, Darmstadt, Goddelau, Griesheim, Groß-Gerau, Heppenheim, Leeheim, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Reinheim) bieten geschulte Berater die Möglichkeit, den eigenen Alkoholkonsum auch im Zusammenhang mit weiteren Problemen wie etwa Stress in Beruf und Familie oder anderen psychischen Problemen wie Angst und Depression zu reflektieren und Veränderungen zu erproben. Es kann eine Vermittlung in das breit gefächerte Angebot ambulanter, teil- oder vollstationärer Unterstützungsmaßnahmen erfolgen.

Alkoholkonsum: Reduktion ist eine Option
Bei der ASS erhalten Personen, die Fragen zu ihrem Alkoholkonsum haben oder diesen verändern möchten, aber auch Personen aus dem Umfeld, kostenlos und vertraulich Informationen. Gespräche erfolgen auf Wunsch anonym. „Reduktion ist für uns eine wichtige Option, um zu prüfen, wie der weitere sinnvolle Umgang mit dem Thema Alkohol aussieht“, betont Hajo von Uffel, Erster Vorsitzender der ASS.

Neben der Beratung bietet die ASS dreizehn Selbsthilfegruppen (darunter zwei Frauengruppen) an. Eine Teilnahme an diese Gruppen erfordert keine Abstinenz. Sie ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Eine Liste mit Uhrzeiten und allen Orten finden sich unter http://www.ass-darmstadt.de, telefonische Auskunft unter 0160/97728587.

Hinweis für die Redaktionen: Druckfähiges Bildmaterial kann auf Wunsch honorarfrei zur Verfügung gestellt werden.

Kontakt:
Alkohol- und Suchtselbsthilfe e.V.
Erbacher Straße 29
64287 Darmstadt
http://www.ass-darmstadt.de
0160/97728587


 

Alkohol- und Suchtselbsthilfe e.V., im Agaplesion Elisabethenstift, Postfach 11 01 19, 64216 Darmstadt
Mitglied im Diakonischen Werk Hessen und Nassau